Du willst mit deinen Freunden in einer eigenen Welt spielen, nach deinen eigenen Regeln? Einen eigenen Minecraft Server zu betreiben ist der beste Weg dafür — und es ist deutlich einfacher, als die meisten denken. Diese Anleitung führt dich durch alles: von der schnellsten kostenlosen Variante bis zu einem richtigen Server, der rund um die Uhr online bleibt. In etwa 15 Minuten läuft alles.

Kostenlos oder eigener Server: Was solltest du wählen?

Es gibt zwei realistische Wege, einen Minecraft Server zu hosten.

Kostenloses Hosting im Browser (Dienste wie Aternos oder Minehut) ist super für einen schnellen Test. Du klickst auf einen Button und bekommst kostenlos einen Server. Der Haken: Der Server schläft ein, sobald niemand online ist, du teilst dir die Ressourcen mit Tausenden anderen Spielern, die Performance ist unberechenbar, und zum Starten landest du erst mal in einer Warteschlange. Perfekt für einen einzelnen Spieleabend, frustrierend für eine echte Community.

Dein eigener Server auf einem VPS beseitigt jede dieser Einschränkungen. Er läuft 24/7, niemand sonst greift auf deine Ressourcen zu, du hast die volle Kontrolle über Plugins und Konfiguration, und die Leistung gehört dir allein. Das Beste daran: Ein VPS, der einen flüssigen Minecraft Server stemmt, kostet nur ein paar Euro im Monat — oft weniger als ein einziger Kaffee.

Wenn du nur neugierig bist, fang kostenlos an. Wenn du eine Welt willst, die immer für deine Freunde da ist, hol dir einen VPS. Der Rest dieser Anleitung dreht sich um den VPS-Weg, denn das ist das Setup, das wirklich Bestand hat.

Schritt 1 — Hol dir einen VPS

Ein VPS (Virtual Private Server) ist im Grunde ein kleiner Computer in einem Rechenzentrum, der immer läuft. Für Minecraft zählen vor allem schnelle Single-Core-CPU-Leistung, genug RAM (2 GB für ein paar Freunde, 4 GB+ für einen gut besuchten Server mit Plugins) und NVMe-SSD-Speicher, damit Chunks sofort laden.

Dafür nutze ich immer Fornex — die Tarife sind günstig, die NVMe-Disks wirklich schnell, und ein frischer VPS ist in ein paar Minuten startklar. Wähl eine Ubuntu-22.04-Instanz (oder neuer) in der Nähe deiner Mitspieler, um den Ping niedrig zu halten, und schon bist du gerüstet. Nach der Bestellung bekommst du eine IP-Adresse und ein Root-Passwort — mehr brauchst du für die nächsten Schritte nicht.

Tipp: Wähl einen Standort in der Nähe deiner Spieler. Ein Server in der falschen Region bringt über 100 ms Lag mit sich, die keine Optimierung der Welt ausgleichen kann.

Schritt 2 — Verbinden und Java installieren

Verbinde dich per SSH mit deinem VPS (nutze das integrierte Terminal unter macOS/Linux oder PowerShell / PuTTY unter Windows):

ssh root@YOUR_SERVER_IP

Modernes Minecraft braucht Java 21. Installiere es zusammen mit ein paar Helfern:

sudo apt update && sudo apt upgrade -y
sudo apt install openjdk-21-jre-headless screen wget -y

Prüf, ob es geklappt hat:

java -version

Schritt 3 — Server herunterladen

Vanilla funktioniert, aber Paper ist die clevere Wahl: Es ist ein direkter Ersatz, der dramatisch schneller läuft, Bugs behebt und Plugins unterstützt. Leg einen Ordner an und schnapp dir den neuesten Build:

mkdir minecraft && cd minecraft
wget -O server.jar https://api.papermc.io/v2/projects/paper/versions/1.21.4/builds/latest/downloads/paper.jar

Führ es einmal aus, um die Konfigurationsdateien zu erzeugen:

java -Xms2G -Xmx2G -jar server.jar nogui

Schritt 4 — EULA akzeptieren und konfigurieren

Beim ersten Start hält der Server an und bittet dich, die Lizenz von Mojang zu akzeptieren. Öffne die Datei und setz den Wert auf true:

sed -i 's/eula=false/eula=true/' eula.txt

Jetzt passt du server.properties nach deinem Geschmack an — die gängigsten Einstellungen:

Schritt 5 — Firewall öffnen und Server starten

Gib den Minecraft-Port frei und starte den Server dann in einer screen-Sitzung, damit er nach dem Trennen der Verbindung weiterläuft:

sudo ufw allow 25565
screen -S minecraft
java -Xms2G -Xmx2G -jar server.jar nogui

Drück Strg+A und danach D, um dich abzukoppeln und den Server laufen zu lassen. Jederzeit wieder verbinden kannst du dich mit screen -r minecraft.

Schritt 6 — Verbinden und spielen

Öffne Minecraft → MehrspielerServer hinzufügen und gib die IP-Adresse deines VPS ein (zum Beispiel 203.0.113.10:25565). Auf Beitreten klicken — und schon bist du in deiner eigenen Welt. Gib diese IP an deine Freunde weiter, und sie können von überall beitreten.

Rund um die Uhr online halten

screen reicht zum Starten, aber für einen Server, der Neustarts übersteht, richtest du einen kleinen systemd-Dienst ein, damit Minecraft beim Neustart des VPS automatisch hochfährt. Kombiniere das mit einem automatischen täglichen Backup deines world-Ordners, und du hast ein Setup, um das du dich nie wieder kümmern musst.

Mehr Performance herausholen

Ein paar schnelle Verbesserungen:

Häufig gestellte Fragen

Reicht ein kostenloser Minecraft Server aus? Für eine schnelle Runde mit einem oder zwei Freunden, ja. Für alles Dauerhafte — eine Community, ein Modpack, eine Welt, die dir am Herzen liegt — ist ein günstiger VPS deutlich zuverlässiger, weil er nie einschläft und die Ressourcen dir gehören.

Wie viel RAM brauche ich? 2 GB reichen für eine Handvoll Freunde auf Vanilla oder Paper. Plugins, Mods und mehr Spieler treiben dich Richtung 4 GB und aufwärts.

Können meine Freunde aus einem anderen Land beitreten? Ja. Sobald der Port offen ist, kann jeder mit deiner IP von überall aus verbinden. Einen niedrigeren Ping bekommst du, indem du einen VPS-Standort zentral zu deiner Gruppe wählst.

Brauche ich eine statische IP oder eine Domain? Nein. Die IP des VPS funktioniert sofort. Später kannst du eine Domain darauf zeigen lassen, um eine sauberere Adresse zu haben, aber das ist optional.


Das ist der ganze Ablauf: einen schnellen VPS wählen, Paper installieren, den Port öffnen und spielen. Fünfzehn Minuten Einrichtung verschaffen dir eine Minecraft-Welt, die immer online ist, immer dir gehört und immer bereit ist, wenn deine Freunde es sind.